30. Mai 2002: Gründung der pb

MAZ und PNN am 5.8.2002

Heute vor 20 Jahren wurde die Bibliotheksgesellschaft gegründet. Warum gründet man einen Förderverein oder Förderkreis? Aus purer Freude an der Zivilgesellschaft und der Lust am ehrenamtlichen Engagement für die gute Sache? Weil das Herz für die Stadt Potsdam und das Land Brandenburg schlägt? Unsere kommenden Feierlichkeiten werden Anlass und Zeit genug geben, diesen Moment damals Revue passieren zu lassen und zu überlegen, ob es sich gelohnt hat und/oder ob sich die Situation geändert hat.

Meine Sichtung in unserem Pressearchiv zeigt mir immer wieder alarmistische Meldungen wie z.B. „Sein oder Nichtsein? Festveranstaltung zum Jubiläum der SLB“ (PNN 28.10.02), aber auch so erfreulich wie „Verdoppelte Besucherzahl. Bibliotheksgesellschaft warnt vor Überforderung des Personals“ (MAZ 22.10.2013 – nach der Eröffnung des neuen Bildungsforums am Platz der Einheit.).

In seinem Gruß zum aktuellen Jubiläum erinnert unser Ehrenmitglied und Initiator, Prof. Wolfgang Hempel an die Zeit vor 20 Jahren.

Hier ein Auszug:

„Wie kam es zu dieser Gründung am 30. Mai 2002?

Die damalige Beigeordnete der Stadt Potsdam, Gabriele Fischer, die als ehemalige Direktorin der Stadt- und Landesbibliothek diesem Haus besonders verbunden war, hatte mich zu einem Gespräch eingeladen, nachdem das Brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur seinen wichtigen Finanzierungsbeitrag für die landesbibliothekarischen Aufgaben der Stadt- und Landesbibliothek erheblich kürzen wollte. Wir berieten, was zu tun sei, und kamen zu dem Schluss, dass man den Benutzern der Bibliothek ein Forum bieten müsse, sich zu äußern. Gabriele Fischer bat mich, die Gründung einer Potsdamer Bibliotheksgesellschaft vorzubereiten und zu organisieren.

Es waren sieben Gründungsmitglieder zu finden, eine Satzung zu erarbeiten und einen Gründungsvorstand von drei Personen (Vorsitzender, Schatzmeister, Schriftführer) auszusuchen und zu überzeugen, der den Verein gründen, auf den Weg bringen und nach spätestens einem Jahr diesen Verein einem neuen Vorstand übergeben sollte. Prof. Dr. Friedrich Beck, langjähriger Direktor des Brandenburgischen Landeshauptarchivs i.R. fand sich bereit, Gründungsvorsitzender zu werden. Roswitha Kuska, Verwaltungsleiterin des Moses Mendelssohn Zentrums, konnte mit Genehmigung des Direktors des MMZ, Prof. Dr. Julius H. Schoeps, als Gründungsschatzmeisterin gewonnen werden. Axel Holst M.A., Studienleiter der gemeinnützigen Gesellschaft für Fortbildung, Forschung und Dokumentation, einer Tochtergesellschaft der

Wilhelm-Fraenger-Gesellschaft e.V. Potsdam, war bereit, das Amt des Gründungsschriftführers zu übernehmen. Als Rechtsberater stellte sich Rechtsanwalt Winfried G. Hübscher zur Verfügung.

Nachdem am 21. Januar 2003 die Anerkennung der Potsdamer Bibliotheksgesellschaft des Registergerichts Potsdam beim Schriftführer Axel Holst eingegangen war, hatte der Gründungsvorstand seine Aufgaben erfüllt.

Auf der 1. ordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins am 26. Februar 2003 wählte diese einen sechsköpfigen neuen Vorstand mit Dr. Lutz Partheimer als Vorsitzenden.

Die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam hat seit der Vereinigung und die Potsdamer Bibliotheksgesellschaft hat seit ihrer Gründung so manche Schwierigkeit durchgestanden und überwunden. Beide können nicht nur auf erfolgreiche Zeiten zurückblicken und stolz sein auf das in diesen Zeiten erreichte, sondern auch mit Zuversicht in die Zukunft sehen. Die Stadt- und Landesbibliothek war und ist im Zentrum der Stadt Potsdam ein Mittelpunkt für Bildung und Kultur und ich wünsche ihr und der Potsdamer Bibliotheksgesellschaft weiterhin viel Erfolg. Ich selbst verfolge auf Facebook aufmerksam, was dort in Potsdam geschieht.

Wolfgang Hempel

Die Zeiten haben sich wahrlich geändert und Bibliotheken sind allenthalben als Rückgrat der Gesellschaft anerkannt, obwohl immer noch viele mit ihnen nur alte Bücher und Papier assoziieren. Und gerade deshalb ist immer wieder nötig, so vielstimmig wie möglich auf ihre Bedeutung hinzuweisen, damit ihre Rolle insbesondere in Krisenzeiten nicht übersehen oder unterschätzt wird. Bibliotheken sind und bleiben ein Garant für die Zukunft, ob als Wahrerin von kulturellem Erbe und gesellschaftlicher Identität in Form einer Landesbibliothek oder als Entwicklerin der Zukunft durch Förderung von Innovation und Spaß an der Bildung bei folgenden Generationen und neuen Mitbürgern in Form einer Stadtbibliothek. „Unsere“ Bibliothek, die SLB, hat die einmalige Chance beides zu vereinen.

Diese ihre Vielstimmigkeit will die Bibliotheksgesellschaft schützen und bewahren helfen – nicht nur am morgigen Tag der Diversität.

Hans-Christoph Hobohm, Vorsitzender

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